Unsere Kandidaten

1 Marcel Proffert (30) – IT-Consultant
Ich bin Marcel Proffert, 30 Jahre alt, in Kirchheim aufgewachsen und auf unser Gymnasium gegangen. Seit 2014 sitze ich für die LWK im Gemeinderat. Ich spiele in meiner Freizeit gerne Tennis und unterstütze den TC Kirchheim seit fünf Jahren ehrenamtlich als Kassenwart. Nach meinem Master-Studium der Technologie- und Betriebswirtschaftslehre an der TU München bin ich seit drei Jahren als IT-Consultant einer international tätigen Unternehmensberatung angestellt.
Ich unterstütze unsere gemeinsame Kandidatur auf der Liste der VFW, weil wir uns gemeinsam noch stärker für ein Miteinander im Gemeinderat bei örtlichen Themen einsetzen können. Dies finde ich sehr wichtig, damit unser Gemeinderat klimafreundliche Entscheidungen trifft und so die Lebensqualität für zukünftige Generationen sicherstellt.
Insbesondere der Erhalt von Biotopen und Wäldern, hochwertige Ausgleichsflächen auf Kirchheimer Flur und eine Stärkung klimaneutraler Mobilität liegen mir am Herzen. Ich stehe hinter einer Bewahrung unseres dörflichen Charakters bei Neubaugebieten mit Satteldächern statt Flachdächern, zeitgemäß mit Wandbegrünung und Photovoltaik. Weiterhin möchte ich unsere Gemeinde durch ein verbessertes digitales Angebot im Rathaus fit für die Zukunft machen. Mit einer finanziellen Langfristplanung möchte ich erreichen, dass die Gemeinde jederzeit ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen kann und die Bürger nicht in Zukunft durch höhere Abgaben und Kürzungen bei Kultur und Vereinsleben dafür bezahlen müssen.

2 Constanze Friemert (61) – Diplom-Biologin
Ich wohne mit meiner Familie seit 23 Jahren im Kirchheimer Lindenviertel. Unsere drei Kinder sind hier aufgewachsen und wir alle haben die ländliche Prägung des Wohnumfelds genossen. Das Wachsen der Ernte auf den Feldern, der Gesang der vielen Vögel in den Hecken des nun abgetragenen Walls, das war Lebensqualität pur. Dass sich mit dem Projekt Kirchheim 2030 vieles ändern wird, war vorauszusehen und ich habe mich deshalb schon im Vorfeld der Planung mit vielen Verbesserungsvorschlägen eingebracht. Allerdings begann sich mit der offiziellen Bauleitplanung nach dem Bürgerentscheid die unfreundliche Seite des Projekts zu zeigen, besonders im Hinblick auf das Grün. Der Ortspark wurde immer kleiner und nur stückweise wurde bis heute sichtbar, dass nach Abschluss der Bauprojekte Kirchheim eine waldlose Gemeinde sein wird. Wertvolle Biotope werden unter der geplanten Bebauung verschwunden sein, ein ganzes Waldstück ist einem Kunstrasen-Sportplatz geopfert. Der Gipfel der Planung ist die Zerstörung von Biotopen samt Bodenabtragung und die im städtebaulichen Vertrag geregelte Verpflichtung der Gemeinde zur „Freihaltung der Flächen von geschützten Arten“ noch vor der weitgehend ökologisch geplanten Landesgartenschau 2024. Baufeldvorbereitung, getarnt als „temporäre Ausstellungsflächen“, wer es nicht glaubt, lese den mittlerweile veröffentlichten städtebaulichen Vertrag auf den Seiten 47 und 48. Als Biologin stehe ich für einen schonenden Umgang mit der Natur: Integration bestehender Biotope und Waldstücke in die neuen Strukturen, anstatt sie erst zu zerstören und nachher als Ausgleichsfläche woanders wieder mühsam künstlich aufzubauen. Aber nicht nur beim Grün lässt das Großprojekt Kirchheim 2030 Augenmaß vermissen:  Die Planung der Neubauprojekte als reine Wohngebiete führt zu einer Bevorzugung dieser beim Immissionsschutz, im Gegenzug werden die Altbürger in den allgemeinen Wohngebieten Kirchheims mit mehr Verkehr und Lärm belastet. Wenn das neue „Mobility Concept“ mit den verkleinerten Tiefgaragen der neuen Baugebiete nicht funktioniert (dafür wurde am 01.07.19 die Stellplatzsatzung geändert), steigt der Parkdruck bis zur Überprüfung des Konzepts nach fünf Jahren in den benachbarten alten Wohngebieten. Gesetze, Verordnungen, Satzungen und Verträge schrecken mich nicht ab, im Gegenteil, ich lese sie und ziehe daraus meine Schlüsse. Die Bewahrung gewachsener Natur, gerechte Verteilung der Nutzen und Lasten auf Alt- und Neubürger sowie die Überprüfung von Planungen unter Einbeziehung aller Altersstufen (denn innerhalb der Familie wird mir immer wieder vor Augen geführt, wie wichtig es ist, dass die Generationen mit ihren spezifischen Problemen im Gespräch bleiben), dafür werde ich mich einsetzen – damit Kirchheim lebenswert bleibt.

3 Wolfgang Heinz-Fischer (66) – Exportleiter
In den letzten sechs Jahren als Gemeinderat konnte ich die Feinheiten und Finessen in der Politik in Kirchheim-Heimstetten hautnah miterleben und -gestalten. Mit dem Wissen, was alles schief gelaufen ist, sehe ich die politische Verantwortung, weiterhin meine ganze Kraft zum Wohle aller Bürger in Kirchheim-Heimstetten im Gemeinderat einzubringen.
Leider ist nicht alles Gold was glänzt. Der Entwicklungsplan zur weiteren Gestaltung und zum Ausbau der Gemeinde ist prinzipiell erst einmal ein guter Plan. Die Ausführung ist jedoch mehr als mangelhaft und bürdet den nächsten Generationen einen gewaltigen Rucksack an Schulden und verschwundener Natur auf.
Eigentum verpflichtet. Der Gemeinderat schafft Baurecht, macht aus Ackerland Bauland. Der dadurch geschaffene Mehrwert (Planungsgewinn) sollte fair zwischen Eigentümern und Gemeinde aufgeteilt werden. Die Nachfolgelasten müssen aus diesen Erträgen bezahlt werden und können nicht den schon hier lebenden Bürgern aufgebürdet werden. Bei fairer Aufteilung müssten der Gemeinde ca. 30 Mio. € mehr zustehen, als im derzeitigen Städtebaulichen Vertrag festgelegt. Ich werde mich für den entsprechenden Ausgleich einsetzen.
Die Kosten für die schier unzählbaren Aktionen (Gymnasium, Rathaus, Landesgartenschau, Haus für Kinder II, Sanierung Mittelschule, Sanierung Bürgerhaus, um nur die wichtigsten zu nennen) sind in den zu erwartenden Kosten nicht beziffert. Mit den fehlenden 30 Mio. €, einem Schuldenstand von derzeit 28 Mio. € und den geschätzten Kosten für die genannten Projekte, bewegt sich Kirchheim schnell auf einen Schuldenberg von 100 Mio. € hin. Dies wird unweigerlich dazu führen, dass Gebühren erheblich steigen und freiwillige Zuschüsse z.B. an die Vereine massiv gestrichen werden. Ich setze mich für eine solide Finanz- und Aktionsplanung ein, damit Kirchheim-Heimstetten weiterhin lebenswert bleibt und die Bürger nicht für die übertriebenen Prestigeobjekte einiger Politiker bezahlen müssen.
Jeder große Baum, der gefällt wird, ist einer zu viel. Bäume binden hohe Mengen an CO2, sorgen für Schatten und erhöhen die Lebensqualität. Ausgleichsmaßnahmen wirken erst in 20 bis 30 Jahren und wenn sie außerdem noch weit außerhalb von Kirchheim stattfinden, nützen sie dem Mikroklima in Kirchheim-Heimstetten nicht. Es gilt, so viele große Bäume wie möglich zu erhalten.
Der von der VFW initiierte Mietdeckel von 10 € für gemeindeeigene Wohnungen gilt leider für zu wenige Wohnungen und vor allen Dingen nicht für die Wohnungen, die in der Ortsentwicklung unter dem Stichwort „Günstiges Wohnen“ mit mindestens 13 € geführt sind. Wir brauchen ein Modell wie die Stadt Wien, in der die Stadt im Besitz von 1/3 der Wohnungen ist und damit eine echte Mietbremse in der Hand hält, Mietpreise derzeit um die 5,50 € pro m².
Die VFW hatte bei ihrer Gründung vor über 35 Jahren die Vision einer lebenswerten, modernen und sozial gerechten Gemeinde, bei der Wohnqualität Vorrang hat vor grenzenlosem Wachstum. Eine Gemeinde mit einem Charakter und einem grünen Herzen, in der man gerne lebt.
Dies ist mir Auftrag und Berufung.

4 Daniel Mayr (36) – Bio-Getreidehändler
Ich heiße Daniel Mayr, bin verheiratet, habe eine Tochter und wohne seit mehr als 10 Jahren in der Gemeinde Kirchheim. Frei nach dem Motto: „Tue was du liebst und liebe was du tust“, arbeite ich hauptberuflich bei einer der größten Bio-Erzeugergemeinschaften Deutschlands und kümmere mich dort um die Vermarktung von Bio-Futtermitteln.
Ich bin Kaufmann und staatlich geprüfter Umweltmanager im Fachgebiet Landnutzung und Umwelt. Zusätzlich bilde ich mich zum Nebenerwerbslandwirt weiter.Seit 2017 gebe ich bei der VHS Olm ehrenamtlich Kurse zum Umweltschutz im Auftrag des Bund Naturschutzes.
Die Belange von Unternehmern und Politik habe ich in unterschiedlichsten Branchen meiner beruflichen Laufbahn ausgiebig kennengelernt. Ich bin gegen die Abholzung des Walls und der Zerstörung weiterer wichtiger Biotope. Ich will ein Kirchheim 2030 mit Naturerlebnissen für unsere Kinder.
Zusätzlich sehe ich Bedarf sich im Gemeinderat für verschiedenste Sozialthemen wie dem Kampf gegen die Altersarmut oder Hilfe zur Pflege einzusetzen.